Im Winter lädt ein E-Auto anders als im Sommer. Die Kälte beeinflusst sowohl die Ladegeschwindigkeit als auch die Reichweite. Mit ein paar Tricks holst du auch bei Minusgraden das Maximum aus deinem E-Auto.
Warum lädt das E-Auto im Winter langsamer?
Lithium-Ionen-Batterien mögen keine extremen Temperaturen. Bei Kälte laufen die chemischen Prozesse in den Zellen langsamer ab. Das Batteriemanagementsystem reduziert deshalb die Ladeleistung, um die Batterie zu schützen.
Bei einer kalten Batterie (unter 10°C) kann die Schnellladeleistung um 30-50% reduziert sein. Erst wenn die Batterie aufgewärmt ist, steigt die Ladeleistung wieder.
Vorkonditionierung - der wichtigste Tipp
Viele moderne E-Autos können die Batterie auf dem Weg zur Ladestation vorheizen. Gib einfach einen Schnelllader als Ziel im Navi ein - das Auto beginnt automatisch mit dem Aufwärmen der Batterie.
Der Effekt ist enorm: Mit vorgewärmter Batterie lädst du fast so schnell wie im Sommer. Ohne Vorkonditionierung kann der gleiche Ladevorgang doppelt so lange dauern.
Tipps fürs Laden bei Kälte
- Direkt nach der Fahrt laden: Die Batterie ist noch warm von der Fahrt
- Vorkonditionierung nutzen: Wenn dein Auto die Funktion hat, unbedingt aktivieren
- Längere Ladestopps einplanen: Die ersten Minuten sind langsam, dann wird es schneller
- Garage nutzen: Auch eine ungeheizte Garage ist wärmer als draußen
- Zu Hause laden: Über Nacht hast du genug Zeit, auch wenn es langsamer geht
Reichweite im Winter
Nicht nur das Laden, auch die Reichweite ist im Winter geringer. Dafür gibt es mehrere Gründe:
- Heizung verbraucht viel Energie
- Kalte Batterie hat weniger nutzbare Kapazität
- Rollwiderstand auf nasser/verschneiter Straße ist höher
- Scheibenheizung, Sitzheizung, etc. verbrauchen zusätzlich
Rechne im Winter mit 20-30% weniger Reichweite als im Sommer. Bei extremer Kälte können es auch 40% sein.
Energie sparen im Winter
- Sitz- und Lenkradheizung: Effizienter als die Innenraumheizung
- Vorheizen am Ladekabel: Heize das Auto vor der Fahrt, während es noch am Strom hängt
- Wärmepumpe: Falls dein Auto eine hat, ist Heizen effizienter
- Eco-Modus: Reduziert Heizleistung und spart Reichweite
Fazit
Im Winter braucht das E-Auto etwas mehr Aufmerksamkeit. Mit Vorkonditionierung, dem richtigen Timing beim Laden und ein paar Energiespartipps kommst du aber auch bei Minusgraden gut durch die kalte Jahreszeit.