Förderungen für E-Mobilität

Bundesförderungen und Landesförderungen in Österreich

Die Bundesförderung für E-Autos und private Wallboxen nimmt keine neuen Anträge mehr entgegen. Wer heute eine Ladestation plant, ist auf Landesförderungen angewiesen - und die unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland erheblich. Auch steuerlich hat sich die Lage verschoben: Seit 1. April 2025 zahlen E-Autos motorbezogene Versicherungssteuer.

Bundesförderung: vorzeitig beendet, Budget ausgeschöpft

Die Programme "E-Mobilität für Private 2025" und "E-Ladeinfrastruktur für Private 2025" waren bis 31. März 2026 angesetzt, wurden aber schon davor beendet, weil das Budget ausgeschöpft war. Die Beträge lagen bei 400 € für die Wallbox im Ein- oder Zweifamilienhaus, 800 € für eine Einzelanlage und 1.500 € für eine Gemeinschaftsanlage im Mehrparteienhaus. Auf der Seite der Kommunalkredit Public Consulting steht dazu unmissverständlich: Registrierungen sind nicht mehr möglich. Ein Nachfolgeprogramm für Private ist dort bisher nicht angekündigt.

Wer noch einreichen kann

Wer sich registriert hat, bevor das Budget erschöpft war, verliert seinen Anspruch nicht. Für diese Fälle gilt weiterhin:

  • Nach der Registrierung bleiben 36 Wochen Zeit für die Antragstellung
  • Die Rechnung darf zum Zeitpunkt des Antrags höchstens 9 Monate alt sein
  • Die Förderung ist mit 50 % der umweltrelevanten Investitionskosten gedeckelt und kann dadurch unter der Pauschale liegen

Gefördert wurden kommunikationsfähige Ladestationen und intelligente Ladekabel, an denen ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energieträgern abgegeben wird - sowohl im Ein- und Zweifamilienhaus als auch im Mehrparteienhaus. Für alle anderen führt der Weg derzeit über das jeweilige Bundesland.

Landesförderungen

Seit dem Wegfall der Bundesmittel sind die Länder die einzige direkte Zuschussquelle. Sie unterscheiden sich nicht nur in der Höhe, sondern vor allem darin, was überhaupt gefördert wird: In der Steiermark und im Burgenland ist es die Wallbox selbst, in Tirol und Vorarlberg dagegen nur die Elektroinstallation davor. Wer das verwechselt, reicht den falschen Beleg ein.

Steiermark

Die Steiermark fördert die Wallbox selbst, und zwar mit maximal 30 % der anrechenbaren Investitionskosten. Verlangt wird eine dreiphasige, intelligente Ladestation mit mindestens 11 kW Bemessungsleistung; antragsberechtigt sind Privatpersonen, auf die ein E-PKW zugelassen ist. Der Antrag ist erst nach Lieferung und Montage möglich und muss binnen sechs Monaten ab Rechnungsdatum eingebracht werden. Das Zeitfenster läuft vom 1. Jänner bis längstens 31. Dezember 2026 - und nur so lange Mittel vorhanden sind. Aus der geförderten Station darf ausschließlich Ökostrom fließen, außer am Standort steht eine PV-Anlage mit mindestens 1,5 kWp. Details beim Land Steiermark.

Burgenland

Das Burgenland zahlt 30 % des Anschaffungspreises, gedeckelt bei 300 €. Gefördert werden Wallbox, Standsäule und intelligentes Ladekabel jeweils inklusive Installation durch ein befugtes Unternehmen. Es handelt sich um einen nicht rückzahlbaren Zuschuss, einzureichen spätestens sechs Monate nach Rechnungsdatum. Die Richtlinie gilt für das Kalenderjahr 2026. Formulare und Infoblatt beim Land Burgenland.

Tirol

Tirol geht einen anderen Weg und fördert ausdrücklich nicht die Wallbox, sondern das, was ihr vorausgeht: Durchbrüche, Strom- und Datenleitungen, die Ergänzung des Elektroverteilers und die zugehörigen Installationsarbeiten in einem Wohnhaus. Zur Wahl stehen ein Einmalzuschuss von 25 % der förderbaren Kosten oder ein Annuitätenzuschuss von 35 % der Anfangsbelastung bei Bankfinanzierung. Das Gebäude muss älter als zehn Jahre sein. Nicht förderbar sind neben der Wallbox auch Netzzutrittsgebühren und Hauszuleitungen. Nachzulesen beim Land Tirol.

Vorarlberg

Vorarlberg richtet sein Programm auf Mehrparteienhäuser aus, die 2016 oder früher gebaut wurden. Gefördert wird die Leitungsinfrastruktur für eine Gemeinschaftsanlage, an der später E-PKW und E-Zweiräder laden können - also die Vorarbeit, an der Nachrüstungen im Bestand meist scheitern. Die jeweils gültigen Sätze stehen in den Energieförderungen des Landes.

Oberösterreich

Oberösterreich setzt den Schwerpunkt ebenfalls auf intelligente Ladelösungen im mehrgeschossigen Wohnbau. Welche Programme gerade offen sind, führt das Land in seiner Übersicht zur Elektromobilität und in der Fördermap.

Für Niederösterreich, Salzburg, Kärnten und Wien ließ sich zum Stand August 2026 kein laufendes Landesprogramm speziell für private Wallboxen belegen. Das heißt nicht zwingend, dass es keines gibt - Kontingente werden unterjährig neu aufgelegt und sind oft schnell ausgeschöpft. Ein Blick ins Förderportal des jeweiligen Landes vor der Bestellung lohnt sich deshalb in jedem Fall.

Gemeindeförderungen

Viele Gemeinden in Österreich bieten zusätzliche Förderungen für E-Mobilität. Erkundige dich bei deiner Gemeinde nach lokalen Förderprogrammen - oft gibt es Zuschüsse für Wallboxen oder E-Bikes.

Tipps zur Antragstellung

  • Reihenfolge beachten: Manche Förderungen müssen vor dem Kauf beantragt werden
  • Unterlagen sammeln: Kaufvertrag, Rechnung, Zulassung, Stromnachweis
  • Fristen einhalten: Viele Förderungen haben Antragsfristen
  • Kombinieren: Landes- und Gemeindeförderung schließen einander meist nicht aus
  • Händler fragen: Viele Autohändler unterstützen bei der Antragstellung

Steuern: was noch gilt und was weggefallen ist

Die pauschale Befreiung von der motorbezogenen Versicherungssteuer ist mit 1. April 2025 gefallen (Budgetsanierungsmaßnahmengesetz 2025). Seither wird die Steuer für E-Autos aus zwei Werten im Zulassungsschein berechnet: der Nenndauerleistung des Elektromotors abzüglich 45 kW und dem Eigengewicht abzüglich 900 kg, jeweils gestaffelt. Das Rechenbeispiel des Finanzministeriums - 60 kW, 1.450 kg - kommt auf 12,75 € im Monat oder 153 € im Jahr. Ein Mittelklasse-Stromer mit 150 kW und 2.000 kg liegt nach derselben Formel bei 63,25 € im Monat, also rund 760 € im Jahr. Befreit bleiben nur E-Autos, die auf Menschen mit Behinderungen zugelassen sind - und das nur auf Antrag bei der Zulassungsstelle.

Unverändert gilt laut Wirtschaftskammer (Stand Februar 2026):

  • Keine NoVA: Reine Elektroautos sind von der Normverbrauchsabgabe befreit.
  • Vorsteuerabzug für Unternehmen: bis 40.000 € brutto Anschaffungskosten voll; zwischen 40.000 und 80.000 € zunächst voll, der Anteil über 40.000 € wird aber über die Eigenverbrauchsbesteuerung wieder korrigiert; über 80.000 € gar nicht.
  • Sachbezug null: Wer ein E-Auto des Arbeitgebers privat nutzt, versteuert dafür keinen Sachbezug. Das gilt auch für kostenloses Laden beim Arbeitgeber.

Fazit

Direkte Zuschüsse sind 2026 deutlich schmaler geworden. Wo früher die Bundespauschale den größten Brocken ausmachte, bleiben jetzt 30 % vom Kaufpreis in der Steiermark, 300 € im Burgenland oder ein Zuschuss zur Elektroinstallation in Tirol und Vorarlberg. Der finanzielle Vorteil des E-Autos verschiebt sich damit zum laufenden Betrieb, vor allem zum Strompreis gegenüber Diesel und Benzin. Beim Kauf bleibt die NoVA-Befreiung, die motorbezogene Versicherungssteuer zahlen E-Autos seit April 2025 dagegen auch, nach eigener Formel aus Leistung und Gewicht.

Stand: September 2026. Quellen: Kommunalkredit Public Consulting, Klima- und Energiefonds, die verlinkten Landesstellen, Bundesministerium für Finanzen und Wirtschaftskammer Österreich. Fördersätze und Kontingente ändern sich unterjährig - die verlinkten Landesseiten sind maßgeblich.