Ladezeiten berechnen

Wie lange dauert das Laden wirklich?

Eine der häufigsten Fragen von E-Auto-Fahrern: Wie lange dauert das Laden? Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab - der Batteriegröße, der Ladeleistung und dem aktuellen Ladestand. Wir zeigen dir, wie du die Ladezeit einfach selbst berechnen kannst.

Die einfache Formel

Die Grundformel zur Berechnung der Ladezeit ist denkbar einfach:

Ladezeit (h) = Batteriekapazität (kWh) ÷ Ladeleistung (kW)

Ein Beispiel: Du hast ein Auto mit 60 kWh Batterie und lädst an einer 11-kW-Station. 60 ÷ 11 = ca. 5,5 Stunden für eine volle Ladung von 0 auf 100%.

Die realistische Berechnung

In der Praxis lädst du selten von 0% auf 100%. Typischer ist das Laden von etwa 20% auf 80%. Das sind 60% der Batteriekapazität:

Beispiel: 60 kWh Batterie × 0,6 (60%) = 36 kWh nachzuladen
36 kWh ÷ 11 kW = ca. 3,3 Stunden

Beispiel-Ladezeiten im Überblick

Hier eine Übersicht typischer Ladezeiten für ein E-Auto mit 60 kWh Batterie (Laden von 20% auf 80%):

Ladeart Ladeleistung Ladezeit (20-80%)
Haushaltssteckdose 2,3 kW ca. 16 Stunden
Wallbox (einphasig) 7,4 kW ca. 5 Stunden
Wallbox (dreiphasig) 11 kW ca. 3,3 Stunden
Öffentlich AC 22 kW ca. 1,6 Stunden
Schnelllader DC 50 kW ca. 45 Minuten
High-Power DC 150 kW ca. 15-20 Minuten

Was beeinflusst die Ladezeit?

Die tatsächliche Ladezeit kann von der Berechnung abweichen. Diese Faktoren spielen eine Rolle:

  • Onboard-Ladegerät: Das Ladegerät im Auto begrenzt die maximale AC-Ladeleistung. Wenn dein Auto nur 7,4 kW kann, bringt eine 22-kW-Station keinen Vorteil.
  • Ladekurve: Bei DC-Schnellladen sinkt die Leistung ab ca. 50-60% Ladestand. Die angegebenen Maximalleistungen gelten nur bei niedrigem Ladestand.
  • Temperatur: Bei Kälte oder großer Hitze lädt die Batterie langsamer, da das Batteriemanagement die Leistung zum Schutz der Zellen reduziert.
  • Vorkonditionierung: Viele E-Autos können die Batterie auf dem Weg zur Ladestation vorheizen, was die Ladegeschwindigkeit verbessert.

Praktische Tipps für schnelles Laden

  • Lade auf Langstrecken nur bis 80% - danach wird es langsam
  • Nutze die Vorkonditionierung, wenn dein Auto sie anbietet
  • Plane Ladestopps so, dass du mit 10-20% ankommst
  • Im Winter: Fahre ein paar Kilometer, bevor du schnelllädst - die Batterie ist dann aufgewärmt

Fazit

Mit der einfachen Formel kannst du die Ladezeit grob abschätzen. Für den Alltag reicht eine 11-kW-Wallbox völlig aus - über Nacht ist das Auto voll. Auf Langstrecken machen Schnelllader mit 150 kW und mehr das Reisen mit dem E-Auto praktikabel.

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