Die Kosten fürs Laden sind eines der wichtigsten Themen für E-Auto-Fahrer. Die gute Nachricht: Selbst an öffentlichen Ladestationen ist Strom meist günstiger als Benzin oder Diesel. Doch die Tarifvielfalt kann verwirrend sein. Wir bringen Licht ins Dunkel.
Laden zu Hause - die günstigste Option
Das Laden zu Hause mit einer Wallbox ist in der Regel am günstigsten. Du zahlst einfach deinen normalen Haushaltsstrompreis, der in Österreich durchschnittlich bei etwa 25-35 Cent pro kWh liegt.
Rechenbeispiel:
60 kWh Batterie × 0,30 €/kWh = 18 € für eine volle Ladung
Bei einem Verbrauch von 18 kWh/100 km reicht das für ca. 330 km -
das entspricht Kosten von etwa 5,50 € pro 100 km.
Tipp: Mit einem speziellen E-Auto-Stromtarif oder durch Laden in der Nacht (Niedertarif) kannst du noch mehr sparen.
Öffentliches Laden - die Tarifmodelle
An öffentlichen Ladestationen gibt es verschiedene Abrechnungsmodelle:
Abrechnung nach kWh
Das fairste Modell: Du zahlst nur für den tatsächlich geladenen Strom. Die Preise variieren stark je nach Anbieter und Ladeleistung:
- AC-Laden (11-22 kW): ca. 0,35-0,50 €/kWh
- DC-Schnellladen (50 kW): ca. 0,45-0,60 €/kWh
- High-Power-Charging (150+ kW): ca. 0,50-0,79 €/kWh
Abrechnung nach Zeit
Einige Anbieter rechnen nach Ladezeit ab, z.B. pro angefangene Minute oder Viertelstunde. Das kann bei langsamen Ladevorgängen teuer werden. Diese Abrechnungsart wird aber zunehmend seltener.
Pauschaltarife
Manche Anbieter bieten Ladevorgänge zum Pauschalpreis an - z.B. 10 € für einen Schnellladevorgang unabhängig von der geladenen Menge. Das kann sich bei großen Batterien lohnen.
Blockiergebühren
Achtung: Viele Anbieter verlangen eine Blockiergebühr, wenn du die Station nach Beendigung des Ladevorgangs nicht zeitnah verlässt. Diese liegt typischerweise bei 5-15 Cent pro Minute nach einer Karenzzeit von 10-30 Minuten nach Ende der Ladung.
Ladekarten vs. Ad-hoc-Laden
Mit Ladekarte/App: Du schließt einen Vertrag mit einem Anbieter ab und erhältst meist günstigere kWh-Preise. Manche Anbieter verlangen eine monatliche Grundgebühr, bieten dafür aber niedrigere Ladepreise.
Ad-hoc-Laden: Ohne Vertrag direkt an der Station per Kreditkarte oder PayPal bezahlen. Das ist praktisch, aber meist teurer als mit einer Ladekarte.
Kostenvergleich: E-Auto vs. Verbrenner
Selbst bei öffentlichen Ladepreisen ist ein E-Auto günstiger im Betrieb:
| Fahrzeugtyp | Verbrauch | Preis/Einheit | Kosten/100 km |
|---|---|---|---|
| E-Auto (zu Hause) | 18 kWh/100 km | 0,30 €/kWh | 5,40 € |
| E-Auto (öffentlich) | 18 kWh/100 km | 0,50 €/kWh | 9,00 € |
| Benziner | 7 l/100 km | 1,50 €/l | 10,50 € |
| Diesel | 6 l/100 km | 1,45 €/l | 8,70 € |
Spartipps fürs Laden
- Lade so viel wie möglich zu Hause - das ist am günstigsten
- Nutze Ladekarten mit günstigen kWh-Preisen statt Ad-hoc-Laden
- Vergleiche die Preise verschiedener Anbieter in deiner Region
- Meide Schnellladen, wenn du Zeit hast - AC ist günstiger
- Achte auf kostenlose Ladeangebote bei Supermärkten oder Hotels
- Prüfe, ob sich ein Vielfahrer-Tarif mit Grundgebühr für dich lohnt
Fazit
Das Laden eines E-Autos ist in den meisten Fällen günstiger als Tanken. Am meisten sparst du mit einer Wallbox zu Hause. Aber auch an öffentlichen Stationen sind die Kosten überschaubar - besonders mit der richtigen Ladekarte.