Beim Laden von Elektroautos begegnen dir immer wieder die Begriffe AC und DC. Dahinter verbergen sich zwei grundlegend verschiedene Ladearten mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Anwendungsbereichen. Wir erklären den Unterschied verständlich.
Was bedeutet AC und DC?
AC steht für Alternating Current, auf Deutsch Wechselstrom. Das ist der Strom, der aus deiner Steckdose zu Hause kommt. Die Stromrichtung wechselt dabei 50 Mal pro Sekunde (50 Hz).
DC steht für Direct Current, auf Deutsch Gleichstrom. Hier fließt der Strom immer in dieselbe Richtung. Batterien - auch die in deinem E-Auto - speichern Energie als Gleichstrom.
Warum ist das beim Laden wichtig?
Die Batterie deines Elektroautos kann nur Gleichstrom speichern. Das bedeutet: Wenn du mit Wechselstrom (AC) lädst, muss der Strom erst umgewandelt werden. Diese Umwandlung übernimmt ein Gleichrichter, der in deinem Auto eingebaut ist - das sogenannte Onboard-Ladegerät.
Das Onboard-Ladegerät hat eine begrenzte Leistung (meist 7,4 kW oder 11 kW, bei manchen Autos bis 22 kW). Das begrenzt die Ladegeschwindigkeit beim AC-Laden.
AC-Laden - Der Alltagslader
Beim AC-Laden wird der Wechselstrom aus dem Netz zum Auto geleitet und dort vom Onboard-Ladegerät in Gleichstrom umgewandelt. Das ist die häufigste Ladeart:
- Wallbox zu Hause: typisch 11 kW
- Öffentliche Normalladestationen: 11 kW oder 22 kW
- Haushaltssteckdose: max. 2,3 kW (nur für Notfälle)
Ladezeit-Beispiel: Ein Auto mit 60 kWh Batterie lädt an einer 11-kW-Station von 10% auf 80% in etwa 4-5 Stunden.
Vorteile: Günstigere Infrastruktur, schonender für die Batterie, ideal fürs Laden über Nacht oder während der Arbeit.
DC-Laden - Der Schnelllader
Bei DC-Ladestationen erfolgt die Umwandlung von Wechsel- in Gleichstrom bereits in der Ladestation. Der Gleichstrom wird direkt in die Batterie geleitet und umgeht das Onboard-Ladegerät. Dadurch sind viel höhere Ladeleistungen möglich:
- Standard-Schnelllader: 50 kW
- High-Power-Charger: 150 kW
- Ultra-Schnelllader: 350 kW
Ladezeit-Beispiel: Ein Auto mit 60 kWh Batterie und 150-kW-Ladeleistung lädt von 10% auf 80% in etwa 25-30 Minuten.
Vorteile: Extrem schnell, ideal für Langstrecken und kurze Stopps.
Ladekurve und maximale Ladeleistung
Wichtig zu wissen: Die angegebene Schnelladeleistung ist immer ein Maximum. In der Praxis variiert die Ladeleistung je nach Ladestand (State of Charge, SoC):
- 10-30% SoC: Maximale Ladeleistung möglich
- 30-50% SoC: Ladeleistung beginnt zu sinken
- 50-80% SoC: Ladeleistung nimmt weiter ab
- 80-100% SoC: Stark reduzierte Ladeleistung
Deshalb empfehlen wir, auf Langstrecken nur bis 80% zu laden und dann weiterzufahren - das spart Zeit und ist auch besser für die Batterie.
Was ist besser für die Batterie?
Grundsätzlich ist AC-Laden schonender für die Batterie, da weniger Wärme entsteht. Allerdings sind moderne Elektroautos auch für regelmäßiges Schnellladen ausgelegt. Die Batteriemanagementsysteme schützen die Batterie automatisch vor Überhitzung und zu schnellem Laden.
Unsere Empfehlung: Nutze AC-Laden für den Alltag (zu Hause, bei der Arbeit) und DC-Schnellladen für Langstrecken. So schonst du die Batterie und sparst Geld, denn Schnellladen ist meist teurer.
Fazit
AC-Laden ist der Alltagslader für zu Hause und längere Standzeiten. DC-Laden ist der Turbo für unterwegs, wenn es schnell gehen muss. Beide Ladearten ergänzen sich perfekt und gehören zum E-Auto-Alltag dazu.